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One in a million?

Kann mich bitte mal jemand erschießen? Ich bin aber auch soooo naiv. So dumm. Total bescheuert. Das gibt es doch nicht. One in a million, baby.

Heute ist der Tag an dem ich meine beste Freundin ins Kuhkaff ihres Freundes begleite und wo nun auch jenes Problem in Form des Ex-Freundes meiner Freundin auf mich wartet und sich Hoffnungen macht. Er erklärte S.’s Freund, er solle seine Freundin ja so in Beschlag nehmen, dass er mich ganz für sich hätte. Man könnte ja jetzt meinen: Mann, ist der Junge verknallt! Ein wenig gruselig ist das ja schon, nur als genießenden Single sollte mich das ja kaum stören.

Wären da nicht die Tatsachen, dass:

-         er und meine Freundin gerade einmal seit 3 Wochen getrennt sind

-         wir uns erst einmal gesehen haben, das war vor einer Woche auf der Partysitzung, an der wir nicht einmal ein Wort gewechselt haben

-         wir uns gerade einmal seit einer Woche über Chat unterhalten

-         und ganz wichtig, was ich alles von S.’s Freund über ihn weiß: es heißt, er habe schnell eine rosarote Brille auf und könne sich in kürzester Zeit für ein Mädchen begeistern, was alles „nur Einbildung“ sein soll, glaubt man T., des weiteren meinte er, wir würden gar nicht zusammen passen und immerhin ist er sein bester Freund.

Das Schlimmste finde ich ja immer noch, dass er sich schnell und gerne Interesse an einem Mädchen einbildet. Super. Und ich dachte, ich wäre was Besonderes. Aber hätte ich mir doch eigentlich auch gleich denken können. Kaum ist mit der einen Schluss, verliebt er sich in die nächste? Noch nicht einmal Männer können so skrupellos sein. Oder bin ich da etwa schon wieder zu naiv?
Jetzt überlege ich, ob ich da heute Abend wirklich hin will. Es besteht einerseits die Gefahr, dass ich mich zu Tode nerven lasse, und andererseits würde ich mich mit Sicherheit zur totalen Idiotin machen, da zu sitzen und auf mich einreden zu lassen.

Wie konnte ich eigentlich so abartig sein und nur eine Sekunde in Erwägung zu ziehen, dass ich auch Interesse für ihn entwickeln könnte?! Ich bin doch wohl die schlechteste Freundin der Welt.

Allerdings hat mir eine andere Freundin den Auftrag erteilt, ihm ins Schienbein zu treten, da er mit unserer gemeinsamen Freundin so umgegangen ist und auf solch miese Weise (in der Schule!) mit ihr Schluss gemacht hat. Das macht den Abend wiederum reizvoll. Ich habe noch drei Stunden Zeit, um mich zu entscheiden. Ich könnte ihn natürlich auch total ignorieren und mir mit meiner besten Freundin einen schönen Abend machen. Jedoch möchte diese sicher auch gerne Zeit mit ihrem Freund verbringen, da wäre ich dann nur das dritte Rad am Fahrrad.

Was tun? Pro & Contraliste erstellen? Mhm. Schwierig, schwierig. Ich mach wohl erst einmal was für die Schule. Ohje, niemals hätte ich gedacht, dass ich gerne und freiwillig so etwas an einem Wochenende machen würde. Aber ich muss die zeit aufholen, in der ich mir über unsinnige Dinge Gedanken gemacht habe.

Und heute Abend werde ich nicht eine von vielen sein. Oh nein, nicht mit mir!

9.2.08 15:30


Lass die Männer in Ruhe und sie gönnen dir auch deine? NEIN!

Scheiße, scheiße, scheiße! Das Leben ist ja sooo ungerecht! Da hat man mal vollkommen mit der Männerwelt abgeschlossen und dann das. Immer dann wenn man sich von ihnen distanziert kommt das größte Interesse. Warum ist das so? Meine Freundin meinte ja: „Du hast eben die erotische Aura!“. Meine Antwort darauf: „Ja, ist denn verbittert sein sexy?!“

Aber beginnen wir mal von vorne. Vergangene Partysitzung gingen meine beste Freundin und ich erstmals mit ihrem Freund aus, dabei seine zwei besten Kumpels, wir Mädels in der großen Truppe. Wir tanzten auf den Tischen, massakrierten unsere Stimmbänder, schwitzten unsere Jenkie Kostüme durch und hatten „a great time“. So weit, so gut. Mit dem Freund meiner besten Freundin hatte ich also erstmals näher zu tun und wir verstanden uns echt super. Mit seinen Freunden redete ich eigentlich gar nicht, aber das lag eher daran, dass ich zu sehr damit beschäftigt war, die Tische mit meiner Strumpfhose zu säubern. Wir stiefelten mit einem selten vorhandenen zufrieden-mit-der-Party-Gefühl nach Hause und resumierten, dass dies einer unserer besten „Feierabende“ überhaupt war.

Nächster Morgen. Unsere Stimmbänder sind kaputt, wir können kaum reden, holen den Schlaf bis in die Mittagsstunde nach und schlagen uns die Bäuche voll. Ich betrete gähnend den Chatroom und erhalte eine Nachricht. Einer der Kumpels stellte Kontakt her und wir unterhielten uns freundlich. Er hatte einen genauso schrägen Humor wie ich und verstand selbst meine eigentümlichen Flachwitze. Meine beste Freundin berichtete mir kurze Zeit später, er habe sie sogar gefragt, ob ich einen Freund habe.

Liest man dies nun, denkt man vielleicht: was ist mein Problem? Wir scheinen auf einer Wellenlänge zu sein und aufdringlich ist er auch nicht, sieht sogar nicht schlecht aus. Nur jetzt kommt das große ABER. Ein Aber, das für Frauen eine feste Regel des Feminismus und der Freundschaft und Loyalität ist (wie in dem Film „Girlsclub“ gesagt wurde).

Jener coole, nette, witzige Typ ist nämlich der Ex-Freund einer guten Freundin. Gerade einmal wenige Wochen her, als sie Schluss gemacht haben. Und das ist ein absolutes Tabu! Wäre ich mir sicher, dass sie keine Gefühle mehr für ihn hat, wäre mein Problem ja nicht von solch großem Ausmaß. Und hallo? Wie schnell ist er denn bitte über sie hinweggekommen?!

Meine beste Freundin schockte mich am nächsten Tag ein weiteres Mal. Er hatte sie um Rat gefragt, ob es mit uns was werden könne!

Das schlimmste kommt aber noch: ich will ihn gar nicht abwimmeln! Ich find ihn sogar super lieb und versteh mich wirklich gut mit ihm! Das kann doch nicht angehen! Ich kann ihn noch nicht einmal daten, denn: 3 Wochen! Ich hasse mein Leben.

Also: was tun? Ich will nicht zwischen meiner Freundin und einem Typen entscheiden müssen. Und zumindest eine weitere Freundin wäre ebenfalls sauer auf mich. Verständlich. Denn wie würde ich es wohl finden, kaum einen Monat getrennt, fände mein Ex einen neuen Schwarm – noch dazu meine Freundin! Klar, ich wäre super enttäuscht, würde sie darauf eingehen, aber andererseits: was, wenn ich mich in ihn verliebe…?

Achwas! Er ist ein Arsch, verdammt noch mal, dass er so was macht! Da steckt doch bestimmt eine Wette dahinter! „Wie gut kann C. ihrer Freundin vertrauen?“ oder: „Wie leicht kann man sie rumkriegen!“

Hunterpro! Das ist es!

Aber was, wenn nicht…?!

7.2.08 18:56


Neuer Vorsatz: am schlechten Charakter arbeiten. Dringend!

Eine Begegnung der vierten Art lässt mich darüber nachdenken: ist single sein nun so toll, wie es sich gerade anfühlt, oder würde man von verzweifelten Hobbypsychologen, die einen die Zunge in den Hals stecken wollen, und wehrt man sie ab, als unter ihrem Niveau bezeichnen, verschont, hätte man einen festen Freund? Auf jeden Fall gibt ergeben sich daraus gut Anekdoten…

Ist man denn nun single – oder auch nicht – darf keine Party im Umkreis von 20 km verpasst werden. Steigt in unserem kleinen Kuhkaff einmal eine Party, dann aber richtig. Jeder ist mit von der Partie, man sieht Leute wieder, deren Gesicht seit scheinbar Jahren verschollen war und jeder aus dem Umkreis kommt, weil wir’s nun mal am besten können. An Fasching heißt es dann: je verrückter, desto besser. Meine beste Freundin und ich sträubten uns jedoch gegen dieses Motto und fielen – wie immer – mit unseren schicken Kleidern, hohen Schuhen, aufwändig gerichteten Haaren und kunstvollem Make-up aus dem Rahmen. Griechisch tanzen auf den Tischen, trotz Halsschmerzen jeden sinnlosen Faschingstext mitsingen und jedem, der einem über den Weg läuft Konfetti ins Gesicht schmeißen und „Helau!“ ins Ohr brüllen.

Nach einer gewissen Zeit des Feierns und Stimmbänder Verstümmelns ist sicherlich auch einmal eine Pause nötig. Somit setzten wir uns in der Garderobe auf Tische und ließen unsere Beine barfüßig baumeln. Halt -  das wollten wir. Denn just in dem Augenblick als wir die rettende Sitzgelegenheit anpeilten hörte ich meinen Namen. Also drehe ich mich um und erkenne einen guten Bekannten, der wissen möchte, was mein Kostüm eigentlich darstellen soll. Ich hole aus zu einer zusammengeklaubten Erklärung à la „Soooo individuell“, als sein Freund, gleich neben ihm, mich von der Seite anquatscht. Er müsse ja herausfinden „ob ich was für ihn wäre“. Wie, vier Jahre jünger? Ach, macht nichts, meine Ex war auch nicht viel älter… (Soll mich das jetzt beruhigen?) Zieht mich neben sich und keilt mich somit zwischen sich und der Wand ein. Als frisch überzeugter Single denke ich mir: „Hey, warum nicht, so ein kleiner Partyflirt kann erfrischend sein.“, und ließ mich also dazu herab mit ihm ins Gespräch zu kommen und seine uuuuunglaublich intellektuellen Fragen zu beantworten. Allerdings fing er erst einmal an, mir zu berichten, er habe gerade eben mit seiner Freundin Schluss gemacht, da sie ihn ja so eingeengt hätte, so was darf man ja nicht mit sich machen lassen. Dabei bekam ich seinen Wodkagetränkten Atem mitten ins Gesicht gehaucht, wobei ich eigentlich schon hätte gehen sollen. Doch so leicht gibt frau nicht auf, hat sie gerade etwas Hoffnung von der Männerwelt in Form eines „emanzipierten“ Mannes geschenkt bekommen. So ließ ich mich auf tieferen Gesprächsstoff ein.

„Denk ma’ an ne Zahl zwischen eins und zehn“, sprach’s und schielte mich an. Ok, gut, also, sieben meinetwegen. Seine hin und her schnellenden Augen peilen irgendeinen Punkt auf meiner Stirn an und scheinen ein Loch dort hineinbohren zu wollen. „Sieben! Richtig?“ Joa, haut mich jetzt zwar nicht vom Hocker, aber ok. Bestimmt kennt er irgendeine Statistik, die besagt, wie oft die Antwort bei solch einer Frage „Sieben“ lautet. Dann mal weiter. Ja, wie schätzt du dich denn ein? --- Ist dein Leben nicht spannend? --- Erzähl mal was. --- Du bist ehrgeizig, aber nicht eingebildet? --- Wie ich dich einschätze? --- Mhm, ehrgeizig, aber nicht eingebildet. --- Ja, ich weiß, dass du das gerade gesagt hast, aber genau so hab ich dich auch eingeschätzt, ehrlich. --- Wegen der Sieben, weißt du. Nicht ganz oben, aber doch sehr hoch. --- Jaja, glaubs mir ruhig. --- Du denkst also, dein Leben ist spannend? --- Natürlich hab ich dich aussprechen lassen. Doch. Sicher. Ok, dann rede weiter. --- Achso. Aha. --- Weißt du eigentlich, dass sich Männer zu 80%  nach dem Aussehen aussuchen, Frauen die Männer aber nach Charakter? Siehste ma. --- Wir haben wohl nicht die gleiche Art von Humor. --- Komm, zier dich nicht so, nimm nicht immer wieder deine Hand aus meiner. --- Jetzt stress mal nicht so rum! --- Weißt du, du musst erst einmal auf mein Niveau kommen, du bist gerade noch ganz hier unten…!

 

STOP!!! Wie bitte?!? Welches Niveau denn? Also muss ich mir so was gefallen lassen? Nein!!! Freundin! Wo bist du??? Blickkontakt schnell! Aaaaah, sie steht auf, Gott sei Dank. Jaja, leider leider muss ich los. Ciao. Hasta la vista. Arsch. Was sollte das denn bitte? War das denn seine Anmache? Wie hat der denn überhaupt eine Freundin bekommen. Armseliges Geschöpf. Also wenn ich mir jetzt nicht sicher sein kann, dass single sein definitiv das bessere Übel ist…

„Waaaaaas? Was hat er gesagt? Mensch, warum hast du ihm denn keine geklatscht und bist gegangen?“ Ja, warum eigentlich nicht. Ich bin ja so was von naiv. Muss dringend an meinem schlechten Charakter arbeiten. Grausig. Und ich weiß, ich bin nicht die erste, die das jetzt sagen wird und es wirklich so meint, und ich weiß auch, dass ich vollkommen Unrecht habe, mich alleine zu fühlen, weil das nicht der einzige Mistkerl dieser Welt ist, aber bitte:

WARUM IMMER ICH???

4.2.08 18:48


Erde an Ex, Erde an Ex!

Wie baut man wieder eine Freundschaft zu seinem Ex auf? Ohne sich selbst zu schaden, wegen noch vorhandener Gefühle, und es möglichst schnell wieder auf den vorher gegangenen Weg bringen?

Die Frage beschäftigt einen ganz schön. Meine Mutter meinte darauf: „Steh dir selbst nicht so sehr im Weg, du gehst das viel zu verkrampft an. Gesteh dir deine Gefühle ihm gegenüber ein und unternehmt wieder einmal was zusammen.“

Aber was? Kino ganz sicher nicht. Das würde gleich wieder nach Date aussehen, außerdem verstehen die Jungen meiner Generation – leider – so einen Vorschlag nicht als das was es ist –zwanglos. Ja, in der heutigen Jugend heißt Kino: Fummeln. Irgendwie traurig. Denn wir geben doch kein Geld für einen schlechten Film, aber eine Fummelzone aus, in der wir nicht einmal ungestört sind und nicht gerade unter den komfortabelsten Bedingungen zärtlich werden können. Aber wer weiß, vielleicht liegt ja gerade darin der Reiz…?

Wie auch immer, Kino fällt also flach. In ein Café gehen? Auch ein wenig datemäßig. Mit einem Klassenkameraden beispielsweise war ich einmal im Café, jedoch nur weil alle anderen mysteriöserweise nicht konnten. Es war ein ungezwungenes Treffen, bei dem wir leichte Konversation betrieben haben. Dann bezahlte er meine Rechnung. Normalerweise eine Handlung, einem Date typisch. In diesem Falle jedoch bloß reine Höflichkeit, was aber auch mit dem Charakter und der Erziehung meines Gegenüber zusammenhing. Also: Café, eine Möglichkeit.

Mhm, brunchen vielleicht? Allerdings könnte der Vorschlag zu zweit bei einem von beiden vormittags Eier zu essen… nun ja, sagen wir einfach mal: vielleicht.

Doch was macht man in solch einem immensen Problemfall? Richtig. Mit gleichermaßen verzweifelten Freundinnen Kaffee trinken.

Allerdings arten bei solch einem Zusammentreffen die Gespräche über das andere Geschlecht oft etwas aus. Das sieht dann ungefähr so aus: eine fängt an, ihr momentanes Problem zu schildern, bekommt mitten im Reden einen Flashback und bleibt dann in vergangenen Erinnerungen hängen, fängt an zu weinen, wie schön das doch alles war und dass sie seine SMS noch nicht löschen konnte. Geschrei von der anderen Seite des Tisches: „Ich auch nicht!“ Beide brechen nun in Tränen aus, da sie so gerührt sind, das gleiche Schicksal teilen zu müssen. Anschließend werden Taktiken ausgetauscht, wie man sich denn ablenken kann, nur um auf das Ergebnis zu kommen, dass das einfach nicht geht. Auf einmal zuckt eine erschrocken zusammen, da sie denkt, sie sehe IHN draußen auf der Straße, bemerkt jedoch im gleichen Moment, dass das nur ein paranoider Schub war. Gläser werden zusammengestoßen, emanzipierte Ausrufe sind vernehmbar. „Wir lassen uns doch nicht so einfach von den Männern einnehmen! Freiheit!“ „Scheiß Männer!“ Drei Sekunden später sind die Handys gezückt und jene noch nicht gelöschte SMS werden ausgetauscht, analysiert und interpretiert. Am Ende des Abends liegen beide mit dem Kopf auf dem Tisch, bezahlen eine viel zu hohe Rechnung und sind sich einig: „Das müssen wir wiederholen!“

30.1.08 16:29


How about a little bit... PANIC!

Ist das denn zu fassen?! Der Typ, der mir monatelang zum schlechtesten Zeitpunkt Hof gehalten hatte, mich mit Sandkastenküssen gequält, mich mit Vollpfostensprüchen genervt, meinen schwulen Freund aus Kindertagen beleidigt hatte und mich zu Weihnachten zu sich holen und mit seiner Familie feiern wollte, hatte den plötzlichen Sinneswandel und hatte eine Neue zum hinterherschmachten! Ich fühle mich zutiefst gedemütigt. Ok, ich war wirklich mies zu ihm (Beispiel: er im Café zu mir: „Stell’ dir mal vor, J.’s Geburtstag hätte nie statt gefunden, dann hätten wir uns niemals kennen gelernt!“ Und meine äußerst liebreizende Antwort darauf war: „Na, was für ein Verlust.&ldquo, aber er hätte nun mal nicht schlechter kommen können. Ich trauere inzwischen seit fast fünf Monaten meinem Ex hinterher und weiß zwar, dass ich ihn niemals zurückerobern werde, doch ich kann und will einfach noch nichts Neues anfangen!

Zuerst sah es ja noch gar nicht mal schlecht aus, mit unserem lieben J. Er war total verrückt nach mir, fuhr jede Woche 30 Kilometer zu mir, sagte mir, wie wunderschön und toll ich doch sei (was ich beim besten Willen nicht nachvollziehen kann, meiner Meinung nach bin ich immer noch die Königin der Seltsamheiten dieser Welt) und schenkte mir sogar Pralinen! Er ertrug meine Wutausbrüche wenn die Welt wegen meines Bruders wieder einmal unterzugehen drohte und fand es süß, wenn ich mich darüber ausließ, dass seine Schuhe vollkommen hässlich waren und verlangte, er solle sich doch Schönere kaufen, ich hätte bereits in der fünften Klasse eine Modekritik über jene Art von Schuhen (so genannte „Aufgebackene Brötchen Schuhe&ldquo verfasst. Ich selbst wusste gar nicht warum ich mich so aufführte. Stets wurde ich ermahnt, er sei doch süß, was ich denn habe, warum ich mich wie eine Gewitterziege mit Fußpilz aufführte. Aber bereits bei unserem ersten Kuss wusste ich eben, dass das nie etwas werden konnte mit uns.

Wir hatten einen wirklich schönen Abend hinter uns, das erste Mal, dass wir alleine etwas unternahmen. Wir schlenderten über den Weihnachtsmarkt, tranken Glühwein und kauften uns schließlich spontan Eis, das so teuer war, dass wir uns einen Becher teilten und gegenseitig fütterten. Als wir mit der Straßenbahn zum Bahnhof fuhren und er den Arm um mich legte, fühlte ich mich so seltsam und unbehaglich, dass mir da schon hätte ein Lämpchen in Form eines Leuchtturmes aufgehen müssen. Aber ich stempelte meine wirre Gefühlswelt in Bezug auf diese Berührung als natürliche Angst Männern gegenüber, unmittelbar nach einer Trennung ab. Als wir dann ausstiegen nahm er meine Hand. Etwas unbeholfen von hinten, wie es normalerweise die Mädchen taten, um sich unterzuhaken und vom Mann beschützt zu werden. Unauffällig beseitigte ich diese Kleinigkeit. Doch es kam immer noch kein Kribbeln auf. Am Bahngleis dann die totale Ernüchterung. Der Zug kam, er umarmte mich, hob mich ein Stück weit hoch anstatt sich zu bücken und – Achtung: schloss die Augen, spitzte seine Lippen und wartete, dass ich zu ihm kam. Ja, er SPITZTE seine Lippen. Grausam. Hatte der denn noch nie geküsst?? Ich tat ihm den Gefallen und ließ meine Lippen auf die seinen schnellen. Doch dabei hielt ich meine Augen geöffnet, was mir noch nie passiert war. Denn leider nahm er nicht so schnell seinen Mund wieder zurück wie ich es vorhatte. Und als ich ihn da so mit geschlossenen Augen sah, dachte ich nur: „Gott, sehen verliebte Typen bescheuert aus!“ Als er sich von mir löste, schaute er mich verträumt an (nach SO einem „Kuss“?!) und drückte mir noch einen leichten Bussi auf den Schopf.

Da wusste ich es. Ich fühlte mich wie der schlechteste Mensch auf der ganzen Welt. Ich hatte mir so viel erhofft, wollte, dass er der erste wird, der mich nach meiner Trennung aus meiner verbitterten Welt fischen würde. Als ich schließlich die Treppen zu den Haltestellen hinaufstieg, fingen meine Augen an, sich mit Tränen zu füllen und im Bus dann war mir total egal, ob das jemand mitbekam. Ich war todunglücklich. Denn mehr denn je vermisste ich meinen Ex und diese Begegnung mit den Lippen eines anderen zeigte mir nur noch mehr, wie sehr ich ihn noch liebte, und dass es noch lange nicht vorbei war mit meinen Gefühlen.

 

Tja, es folgten noch einige Treffen bei denen ich es nicht über’s Herz brachte dem armen verliebten Würstchen die Hoffnung zu nehmen. So verliebte er sich immer mehr in mich, schenkte mir wie bereits erwähnt Pralinen, liebte gerade die Eigenschaften an mir, die ich hasste, schaufelte sich Tage frei, nur um mich zu besuchen, kaufte sich extra ein schwarzes Hemd, weil ich ja so auf Männer in schwarzen Hemden abfahre. Und er plante wohl das perfekte Date. Ich dachte mir: Hey, versuchen kann man’s ja mal. Ein Date heißt noch lange nicht heiraten oder so. Außerdem musste ich wieder anfangen zu leben. Das ist jetzt zwei Wochen her. Doch da ich mich prinzipiell nie von mir aus meldete, stellte er mit einem Mal auch seine Nachrichten ein. Mich juckte es nicht groß und ich dachte mir, er sei sicher bloß etwas eingeschnappt. Und jetzt lese ich doch auf seinem Profil in diesem verdammten Verzeichnis, in dem jeder Depp aus dem Land ist, der zur Schule geht, dass er ja eine gewisse I. ja so sehr mag! Wie bitte?! So leicht kann man mich doch nicht einfach ersetzen! Macht zuerst einen auf große Verliebtheit und labert was von wegen, er findet Verarschen scheiße und ist ja so ein aufrichtiger Kerl, der nach der Richtigen sucht – und nun das! Entweder hatte ich ihn mehr verletzt als ich dachte, oder er war wie alle anderen gottverdammten, hirnamputierten, verletzenden, unverständlichen, total bescheuerten, nichts verstehenden Männer dieser Welt!

Scheiße, bin ich verbittert.

28.1.08 21:52