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How about a little bit... PANIC!

Ist das denn zu fassen?! Der Typ, der mir monatelang zum schlechtesten Zeitpunkt Hof gehalten hatte, mich mit Sandkastenküssen gequält, mich mit Vollpfostensprüchen genervt, meinen schwulen Freund aus Kindertagen beleidigt hatte und mich zu Weihnachten zu sich holen und mit seiner Familie feiern wollte, hatte den plötzlichen Sinneswandel und hatte eine Neue zum hinterherschmachten! Ich fühle mich zutiefst gedemütigt. Ok, ich war wirklich mies zu ihm (Beispiel: er im Café zu mir: „Stell’ dir mal vor, J.’s Geburtstag hätte nie statt gefunden, dann hätten wir uns niemals kennen gelernt!“ Und meine äußerst liebreizende Antwort darauf war: „Na, was für ein Verlust.&ldquo, aber er hätte nun mal nicht schlechter kommen können. Ich trauere inzwischen seit fast fünf Monaten meinem Ex hinterher und weiß zwar, dass ich ihn niemals zurückerobern werde, doch ich kann und will einfach noch nichts Neues anfangen!

Zuerst sah es ja noch gar nicht mal schlecht aus, mit unserem lieben J. Er war total verrückt nach mir, fuhr jede Woche 30 Kilometer zu mir, sagte mir, wie wunderschön und toll ich doch sei (was ich beim besten Willen nicht nachvollziehen kann, meiner Meinung nach bin ich immer noch die Königin der Seltsamheiten dieser Welt) und schenkte mir sogar Pralinen! Er ertrug meine Wutausbrüche wenn die Welt wegen meines Bruders wieder einmal unterzugehen drohte und fand es süß, wenn ich mich darüber ausließ, dass seine Schuhe vollkommen hässlich waren und verlangte, er solle sich doch Schönere kaufen, ich hätte bereits in der fünften Klasse eine Modekritik über jene Art von Schuhen (so genannte „Aufgebackene Brötchen Schuhe&ldquo verfasst. Ich selbst wusste gar nicht warum ich mich so aufführte. Stets wurde ich ermahnt, er sei doch süß, was ich denn habe, warum ich mich wie eine Gewitterziege mit Fußpilz aufführte. Aber bereits bei unserem ersten Kuss wusste ich eben, dass das nie etwas werden konnte mit uns.

Wir hatten einen wirklich schönen Abend hinter uns, das erste Mal, dass wir alleine etwas unternahmen. Wir schlenderten über den Weihnachtsmarkt, tranken Glühwein und kauften uns schließlich spontan Eis, das so teuer war, dass wir uns einen Becher teilten und gegenseitig fütterten. Als wir mit der Straßenbahn zum Bahnhof fuhren und er den Arm um mich legte, fühlte ich mich so seltsam und unbehaglich, dass mir da schon hätte ein Lämpchen in Form eines Leuchtturmes aufgehen müssen. Aber ich stempelte meine wirre Gefühlswelt in Bezug auf diese Berührung als natürliche Angst Männern gegenüber, unmittelbar nach einer Trennung ab. Als wir dann ausstiegen nahm er meine Hand. Etwas unbeholfen von hinten, wie es normalerweise die Mädchen taten, um sich unterzuhaken und vom Mann beschützt zu werden. Unauffällig beseitigte ich diese Kleinigkeit. Doch es kam immer noch kein Kribbeln auf. Am Bahngleis dann die totale Ernüchterung. Der Zug kam, er umarmte mich, hob mich ein Stück weit hoch anstatt sich zu bücken und – Achtung: schloss die Augen, spitzte seine Lippen und wartete, dass ich zu ihm kam. Ja, er SPITZTE seine Lippen. Grausam. Hatte der denn noch nie geküsst?? Ich tat ihm den Gefallen und ließ meine Lippen auf die seinen schnellen. Doch dabei hielt ich meine Augen geöffnet, was mir noch nie passiert war. Denn leider nahm er nicht so schnell seinen Mund wieder zurück wie ich es vorhatte. Und als ich ihn da so mit geschlossenen Augen sah, dachte ich nur: „Gott, sehen verliebte Typen bescheuert aus!“ Als er sich von mir löste, schaute er mich verträumt an (nach SO einem „Kuss“?!) und drückte mir noch einen leichten Bussi auf den Schopf.

Da wusste ich es. Ich fühlte mich wie der schlechteste Mensch auf der ganzen Welt. Ich hatte mir so viel erhofft, wollte, dass er der erste wird, der mich nach meiner Trennung aus meiner verbitterten Welt fischen würde. Als ich schließlich die Treppen zu den Haltestellen hinaufstieg, fingen meine Augen an, sich mit Tränen zu füllen und im Bus dann war mir total egal, ob das jemand mitbekam. Ich war todunglücklich. Denn mehr denn je vermisste ich meinen Ex und diese Begegnung mit den Lippen eines anderen zeigte mir nur noch mehr, wie sehr ich ihn noch liebte, und dass es noch lange nicht vorbei war mit meinen Gefühlen.

 

Tja, es folgten noch einige Treffen bei denen ich es nicht über’s Herz brachte dem armen verliebten Würstchen die Hoffnung zu nehmen. So verliebte er sich immer mehr in mich, schenkte mir wie bereits erwähnt Pralinen, liebte gerade die Eigenschaften an mir, die ich hasste, schaufelte sich Tage frei, nur um mich zu besuchen, kaufte sich extra ein schwarzes Hemd, weil ich ja so auf Männer in schwarzen Hemden abfahre. Und er plante wohl das perfekte Date. Ich dachte mir: Hey, versuchen kann man’s ja mal. Ein Date heißt noch lange nicht heiraten oder so. Außerdem musste ich wieder anfangen zu leben. Das ist jetzt zwei Wochen her. Doch da ich mich prinzipiell nie von mir aus meldete, stellte er mit einem Mal auch seine Nachrichten ein. Mich juckte es nicht groß und ich dachte mir, er sei sicher bloß etwas eingeschnappt. Und jetzt lese ich doch auf seinem Profil in diesem verdammten Verzeichnis, in dem jeder Depp aus dem Land ist, der zur Schule geht, dass er ja eine gewisse I. ja so sehr mag! Wie bitte?! So leicht kann man mich doch nicht einfach ersetzen! Macht zuerst einen auf große Verliebtheit und labert was von wegen, er findet Verarschen scheiße und ist ja so ein aufrichtiger Kerl, der nach der Richtigen sucht – und nun das! Entweder hatte ich ihn mehr verletzt als ich dachte, oder er war wie alle anderen gottverdammten, hirnamputierten, verletzenden, unverständlichen, total bescheuerten, nichts verstehenden Männer dieser Welt!

Scheiße, bin ich verbittert.

28.1.08 21:52
 


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