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Erde an Ex, Erde an Ex!

Wie baut man wieder eine Freundschaft zu seinem Ex auf? Ohne sich selbst zu schaden, wegen noch vorhandener Gefühle, und es möglichst schnell wieder auf den vorher gegangenen Weg bringen?

Die Frage beschäftigt einen ganz schön. Meine Mutter meinte darauf: „Steh dir selbst nicht so sehr im Weg, du gehst das viel zu verkrampft an. Gesteh dir deine Gefühle ihm gegenüber ein und unternehmt wieder einmal was zusammen.“

Aber was? Kino ganz sicher nicht. Das würde gleich wieder nach Date aussehen, außerdem verstehen die Jungen meiner Generation – leider – so einen Vorschlag nicht als das was es ist –zwanglos. Ja, in der heutigen Jugend heißt Kino: Fummeln. Irgendwie traurig. Denn wir geben doch kein Geld für einen schlechten Film, aber eine Fummelzone aus, in der wir nicht einmal ungestört sind und nicht gerade unter den komfortabelsten Bedingungen zärtlich werden können. Aber wer weiß, vielleicht liegt ja gerade darin der Reiz…?

Wie auch immer, Kino fällt also flach. In ein Café gehen? Auch ein wenig datemäßig. Mit einem Klassenkameraden beispielsweise war ich einmal im Café, jedoch nur weil alle anderen mysteriöserweise nicht konnten. Es war ein ungezwungenes Treffen, bei dem wir leichte Konversation betrieben haben. Dann bezahlte er meine Rechnung. Normalerweise eine Handlung, einem Date typisch. In diesem Falle jedoch bloß reine Höflichkeit, was aber auch mit dem Charakter und der Erziehung meines Gegenüber zusammenhing. Also: Café, eine Möglichkeit.

Mhm, brunchen vielleicht? Allerdings könnte der Vorschlag zu zweit bei einem von beiden vormittags Eier zu essen… nun ja, sagen wir einfach mal: vielleicht.

Doch was macht man in solch einem immensen Problemfall? Richtig. Mit gleichermaßen verzweifelten Freundinnen Kaffee trinken.

Allerdings arten bei solch einem Zusammentreffen die Gespräche über das andere Geschlecht oft etwas aus. Das sieht dann ungefähr so aus: eine fängt an, ihr momentanes Problem zu schildern, bekommt mitten im Reden einen Flashback und bleibt dann in vergangenen Erinnerungen hängen, fängt an zu weinen, wie schön das doch alles war und dass sie seine SMS noch nicht löschen konnte. Geschrei von der anderen Seite des Tisches: „Ich auch nicht!“ Beide brechen nun in Tränen aus, da sie so gerührt sind, das gleiche Schicksal teilen zu müssen. Anschließend werden Taktiken ausgetauscht, wie man sich denn ablenken kann, nur um auf das Ergebnis zu kommen, dass das einfach nicht geht. Auf einmal zuckt eine erschrocken zusammen, da sie denkt, sie sehe IHN draußen auf der Straße, bemerkt jedoch im gleichen Moment, dass das nur ein paranoider Schub war. Gläser werden zusammengestoßen, emanzipierte Ausrufe sind vernehmbar. „Wir lassen uns doch nicht so einfach von den Männern einnehmen! Freiheit!“ „Scheiß Männer!“ Drei Sekunden später sind die Handys gezückt und jene noch nicht gelöschte SMS werden ausgetauscht, analysiert und interpretiert. Am Ende des Abends liegen beide mit dem Kopf auf dem Tisch, bezahlen eine viel zu hohe Rechnung und sind sich einig: „Das müssen wir wiederholen!“

30.1.08 16:29
 


bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Eli* / Website (30.1.08 16:48)
Hey, ich kenn dich zwar überhaupt nicht, aber du deine Einträge kann ich total nachvollziehen.
Und irgendwie ist man froh, nicht die einzige zu sein, die sowas eben denkt.
Eli*

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